Wanderung der Wandergruppe GUGGER Ettingen vom Donnerstag, 15. Oktober 2020: Von der Challhöchi über den Remel immer schön der Landesgrenze entlang. Anstatt im Hinblick auf die heutige Wanderung in Mariastein eine Kerze anzuzünden, hat Toni in den letzten Tagen im Entlebuch bei einer Alpabfahrt Unterstützung geleistet. Kein Wunder also, wenn uns heute auf der Wanderung Nebel und Regen begleiten. Dafür dürfen wir erst um 10 Uhr starten. Mit dem 10er geht es zuerst nach Flüh, dann mit dem 69er-Bus auf die Challhöchi, mit einer Zusatzschleife über Burg. Auf der Passhöhe beginnen die 25 Teilnehmer*innen ihre Wanderung Richtung Westen. Eigentlich sollte man sogar die Alpenkette am Horizont erkennen, sobald man aus dem Wald tritt. Heute liegt aber die ganze Gegend in dichtem Nebel und auch der Regenschirm leistet gute Dienste. In dieser Gegend sollten übrigens die von der IWB geplanten Windräder zu stehen kommen. Das Projekt wird jedoch von einzelnen Gemeinden in der näheren Umgebung sowie Privatpersonen vehement bekämpft: Verschandelung der Landschaft, Lärm, gefährlich für die Vögel, schädliche Schallwellen sind die wesentlichen Argumente der Gegner nach dem Motto «alternative Energien ja, bitte aber nicht bei uns». Wahrscheinlich werden also die Investoren das Projekt versenken, es sei denn, es gebe doch noch einen Meinungsumschwung. Wir wandern weiter Richtung Remelturm, der nach einem kurzen, steilen Anstieg erreicht wird. Ein erster Signalpunkt entstand hier 1830 im Rahmen der Landesvermessung. 1901 wurde dann der heutige Metallturm erbaut, der während des 1. Weltkriegs von der Schweizer Armee zur Bewachung der Grenze zwischen dem deutschen Reich (zu dem damals das Elsass gehörte) und der Eidgenossenschaft genutzt wurde. Heute dient der Turm nur noch touristischen Zwecken. Bei schönem Wetter geniesst man vom Turm aus eine schöne Aussicht Richtung Süden. Wir wandern nach kurzem Halt auf der Krete der französisch-schweizerischen Grenze entlang Richtung Westen. Der Wald auf der nördlichen Seite gehört zur Elsässergemeinde Wolschwiller, jener auf der südlichen Seite zur solothurnischen Gemeinde Kleinlützel. Nach einer längeren Schleife verlassen wir den Laubwald und wandern ostwärts etwas zurück. Bevor wir aber bei der Besenbeiz Remel eintreffen, wird uns unterwegs völlig unerwartet ein Apéro serviert, gestiftet von unserer Wanderleiterin Ghislaine, die damit ihren Eintritt ins AHV-Alter feiert. Vielen Dank Ghislaine für die angenehme Überraschung und willkommen bei den jungen «Alten». Die Mittagsrast legen wir in der Besenbeiz «Remel» ein, die speziell für uns öffnet. Unter «Besenbeiz» versteht man einen saisonal geöffneten Gastbetrieb mit einem beschränkten Angebot an Speisen, oft aus eigener Produktion. «Besenbeiz» heisst es deshalb, weil in der Regel vor dem Betrieb, wie hier, ein Besen aufgestellt wird, um anzuzeigen, dass man geöffnet hat. In Deutschland spricht man oft von «Strausswirtschaft», die in der Regel von einem Weinbauern betrieben wird. Auf dem Remel befindet sich die Gaststube im ersten Stock. Heute ist die Belegung mit 25 Personen wohl kaum Corona-konform. Wir können deshalb nur hoffen, dass keiner der Anwesenden infiziert ist. Das Menü besteht aus einer Kürbis-/Curry-Suppe zum Einstieg und einer grossen kalten Platte als Hauptgang: Speck, Käse, Ross- und Hirschwurst, frische Zwiebelringe, Rettich, getrocknete Feigenstücke und Cornichons/Essiggurken gehören zum Angebot, dazu feines, frisches Brot. Die aufgetischte Menge übersteigt unseren Hunger bei weitem. Trotzdem kann der Eine oder Andere einem Stück Linzertorte zum Kaffee als Nachspeise nicht widerstehen. Um ca. 15:30 Uhr brechen wir zum letzten Teil unserer Wanderung auf, währenddem es immer noch in Strömen regnet. Eine Stunde durch den Wald bergab nach dem solothurnischen Kleinlützel liegt vor uns. Die Schlossruine Blauenstein lassen wir heute rechts von uns liegen. Es handelt sich dabei um ein Schloss, das 1277 vom Grafen von Biedertal innerhalb des vom Fürstbischof von Basel kontrollierten Gebietes an strategisch wichtiger Stelle zwischen dem Remelpass und dem Jura erbaut wurde. Bereits während des Basler Erdbebens von 1356 wurde das Schloss weitgehend zerstört. Der Graf von Biedertal liess das Gebiet des heutigen Kleinlützel roden und das Dorf für seine Untertanen erbauen. Der durch das Tal fliessende Fluss heisst Lützel und nicht etwa Lüssel wie der Bach im Passwanggebiet. In Kleinlützel besteigen wir um 16:40 Uhr den Bus nach Laufen, wo wir in die S3 nach Aesch umsteigen. Gegen 17:30 sind alle wieder zu Hause. Wie immer danken wir unseren beiden Wanderleitern Ghislaine und Toni für die perfekte Organisation des heutigen Tages. Trotz Regen und Nebel haben wir es genossen. Der Berichterstatter: Robert Heuberger
Johres-Abschlussvärs 2020 Das Johr wo jetz im Änd zue got uns alle e Chli uf e Mage schlot mit dere Corona-Pandemi. Mir Alli hoffe ‘s gech bald verby, denn mir Wanderslüt hei müesse wägä dene Sanggtione büesse. Im März, im April und au im Mai blybe mir wägä däm Virus dehei. Und au die zwei letschte Wandrige im Johr - ‘s isch wirglich truurig aber wohr gheye mir halt – wohl oder übel - für ‘s laufend Johr in Abfallchübel. Trotzdäm möcht ich nit druf verzichte Euch das Rückblickvärsli z‘ dichte: Im Jänner, ‘s isch chalt gsi bi Sunneschyn Mit fascht vierzig Persone immerhin wandere mir zum erschte mol - die Meischte finde das no toll - in zwei Stärkeklasse uf verschidene Rute z‘ vergliche mit Völkerball und Schutte, vo Buebedorf us zum Schloss Wildestei, das isch kei Beiz und s isch niemer dehei. Denn dur e wunderschöne uralte Eichewald Richtig Lampebärg zum Mittagshalt. Dört git’s Bluet und Läberwurscht Zum Glück au öppis gege dr Durscht. Per Waldeburgerli und e so si mir schlussändlig nach Ettige cho. Im Februar mit drissig Lüt ab Roggeburg wandere mir hüt dur’s Lüsseltal nach Kiffis uufe. Dr Wald duruf chunnt me zum Schnuufe. Für d Renat isch es leider z‘ steil, drum holt se d REGA am lange Seil zum Wald us und fliegt se schnell in Spital nach Basel - ächt professionell. Spöter vernämme mir: Es isch alles OKey. D’ Renat cha in ere Woche scho wider hei. Dr Räscht vo dere Februar-Gschicht stoht im Röbi sim Wanderbricht. Wie scho am Afang vo däm Värs verzellt, hän mir uns uf e Standpunggt gschtellt, dass mir verzichte vorderhand uf s Wandere mitenand. Es chönnt am Änd vernünftig si während dere Pandemie. Also got ’s erscht im Juni witter. D‘ Beteiligung isch gar nit schitter, denn 25 chömme mit. Obwohl – e Kaffi git ’s hüt nit, denn mir starte zimmlig spot will ’s nur über dr Huusbärg goht. Via Mätzerle-Chrütz, denn ähne abe. Im Bergmattenhof düen mir uns labe Und denn uf Blaue und die wo wei dur dr Räge bis uf Ettige hei.
Au im Juni isch s Ghislaine mit uns perse dr 2-tägig go gniesse an Klöntalersee. E unbekannts Schwizer-Wanderjuweel und e herrlig Erläbnis für Körper und Seel! D Idee wie s Wätter – eifach toll. Mir dangge im Ghislaine grad nonemol! Ändi Juli het ’s mi dunggt dr Baselbieter-Mittelpunggt dä händ die GUGGER-Wanderlüt sicher noni kennt bis hüt. Drum wandere mir vo Sältisbärg nach Büre via Chleggebärg. Päch het am Nomittag denn d Frida gha, si stulperet und schlot d Nase a. D‘ Nothilf isch uf alli Fäll professionell und cheibe schnäll, so dass die wüeschti Wunde im Gsicht bald isch verschwunde. Im Auguscht isch s Wätter heiss und s Wandere choschtet zimmlig Schweiss über d‘ Forch zum Pfannestil. Mir alli sind froh gsi, dass es am Ziel e Gartebeiz het mit Ässe und Tringge. Im Tal seht me dr Zürisee wingge. Au im Septämber got’s bärguf Drum macht uns s Wätter au nit muff. S het Näbel gha bis zum Apero uf Hot-Born - dört isch d Sunne cho. Als Gäg zum Zmittag - was wotsch no me? het ’s tatsächlig e Fondü ge. Im Oktober uf em Chall Rägnets wie fascht überall. Bim churze Halt bim Remelspitz schliesse sich d Rägewolge e bitz. Am Waldrand - dört wos nümmi schifft, me uf e Überraschig trifft. D Ghislaine isch schynts neu pangsioniert Und het drum e Apero spendiert. Drum si mir lycht errötet vom Wy - e chli verspötet in dere Remel-Bäsebeiz mit däm ganz spezielle Reiz ytroffe, aber z Suppe isch trotzdäm ruggzugg uf unsere Tisch. Was sunscht no gloffe isch - vilicht stoht alles im Röbi sim Wanderbricht. Wie gseit – ‘s isch truurig aber wohr, dass nit numme dr Männerchor wägä dere cheibe Coro-na nümmi zämme singe cha. Nei, au mir GUGGER müend uns richte und uf d Wandrige verzichte. Mir hoffe do wie überall, ‘s Läbe würd bald wider normal, dass mir per Telefon oder per Mail brichte chönne: ‘s goht witter – dasch gail !!!! Toni Meury, 30.10. 2020