Wanderung der Wandergruppe GUGGER Ettingen vom Donnerstag, 17. Oktober 2019: Über die Bööler Passhöchi Einmal mehr zeigt die von Toni in Mariastein angezündete Kerze ihre Wirkung. Bei idealem Wanderwetter starten die Wanderinnen und Wanderer - 24 werden ab Basel dabei sein - in Ettingen, als es erst zu tagen beginnt. Mit der SBB fahren wir nach Aarau und steigen dort in die seit 1901 existierende Wynentalbahn um. Sie führt uns durch gesichtslose Vororte nach Unterkulm im Wynatal. Bevor wir mit der Wanderung beginnen, erwarten uns in der Bäckerei-Café Speck noch Kaffee und Gipfeli. Über Unterkulm gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen. Es handelt sich dabei um eine typische Vorortsgemeinde mit 2700 Einwohnern. Die Römer waren schon da, hat man doch dort einen römischen Gutshof ausgegraben. Sie wurden später durch die Alemannen, die Habsburger und die Berner abgelöst, die 1415 einen Teil des erst 1803 entstandenen Kantons Aargau besetzten. Unsere heutige Wanderung führt uns über hügeliges Gelände durch Laubwälder und Wiesen. Es geht über den Böhler auf die Bööler Passhöchi, von wo wir Sicht auf die Voralpen und verschneiten Alpen des Berner Oberlandes und der Zentralschweiz haben. Niemand unter uns kann allerdings die Berge benennen, die wir am Horizont erkennen. Kurz vor Mittag wandern wir an der sogenannten Schöftländer Felsenklause vorbei. Es handelt sich dabei um einen von mehreren stillgelegten Sandsteinbrüchen in der Gegend. Auf den gehauenen, eindrucksvollen Felswänden sind zahlreiche Skulpturen, Sprüche und Signaturen zu erkennen. Auf unserer Wanderung stossen wir unterwegs ebenfalls auf zahlreiche Findlinge, die nach dem Rückzug des aus der Zentralschweiz während der letzten Eiszeit vorgestossenen Reussgletschers liegengeblieben sind. Wir wandern also auf ehemaligen Moränen. Kurz vor Mittag treffen wir in Schöftland im Suhrental ein. Das Tal ist nach dem Fluss Suhra benannt, der sich in Buchs mit der Wyna vereinigt und in Aarau in die Aare fliesst. Schöftland erweist sich als hübsches Dorf mit mehreren schönen Gebäuden. Das Schloss bildet zusammen mit 2 Pförtnerhäusern, einem Eingangsportal, Ökonomiegebäuden und der reformierten Kirche das Zentrum des 4000 Seelen-Dorfes. Das Schloss wurde 1660 von einem Wolfgang von Mülenen erbaut und wurde von mehreren Familien bis 1877 bewohnt. Vorübergehend diente es dann als Zigarrenfabrik, bis es 1917 von der Gemeinde für 80'000 Franken gekauft und 1927 Sitz der Gemeindeverwaltung wurde. Zwischen 2002 und 2012 investierte die Öffentlichkeit über 10 Millionen Franken in die Renovation und den Ausbau der Gebäude, darunter auch in das wunderschöne Restaurant Schlossgarten, wo wir zum Mittagessen erwartet werden. Wir geniessen dort ein ausgezeichnetes Mittagsmahl, bestehend aus einer Suppe oder Salat als Vorspeise und Poulet Geschnetzeltem mit Tomaten Risotto und Gemüse als Hauptgang. Der Service ist effizient und gastfreundlich. Um 14 Uhr brechen wir zum letzten Teil unserer Wanderung auf. Wir durchqueren zuerst das Siedlungsgebiet von Schöftland, wo zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe existieren, darunter die hochaufragende Getreidemühle Intermill. Früher herrschte in Schöftland vor allem die inzwischen leider verschwundene Textil- und Schuhindustrie vor. Wieder geht es einen Hügel hinauf und durch den Oberlegi-Laubwald hinunter nach Holziken. Hier steigen wir nach nur kurzer Wartezeit ins Postauto ein, das uns über Uerkheim und Mühlethal an den Bahnhof Zofingen bringt. Auch hier können wir schon bald in den Regio nach Olten umsteigen. Ab Olten benützen wir den IC ohne Halt bis Basel. Schon um 17:30 Uhr sind wir wohlbehalten zurück zu Hause, gerade als es leicht zu regnen beginnt. Ghislaine danken wir für die tadellose Organisation des wunderschönen Wandertags. Sie wurde wie immer tatkräftig von Toni unterstützt. Der Berichterstatter: Robert Heuberger