Wanderung der Wandergruppe GUGGER Ettingen vom Donnerstag, 21. März 2019: von Seewen über Lupsingen nach Liestal "Jura ganz nah". Der Frühlingsanfang macht seinem Namen heute Ehre: prachtvolles, warmes Wetter beglei-tet die 34 Wanderer und Wanderinnen den ganzen Tag. Um 08:23 Uhr starten wir in Ettingen und fahren mit dem 68er -Bus zum Bahnhof Aesch, wo wir in die S3 umsteigen. Nach nur 2 Haltestellen heisst es in Grellingen erneut mit Ziel Seewen ins Postauto umsteigen. Bevor wir dort mit der Wanderung beginnen, kommen wir im Gasthaus Sonne in den Genuss von Kaffee und Gipfeli. Seewen gehört seit dem Jahr 1450 zum Kanton Solothurn und liegt geografisch genau zwischen dem Tafeljura im Norden und dem Kettenjura im Süden. Heute ist das Dorf vor allem wegen des Museums für Musikautomaten bekannt. Der private Sammler Dr. Heinrich Weiss öffnete sein Museum schon 1979 für das Publikum und schenkte es 1990 der Schweiz. Eidgenossenschaft. Es handelt sich heute also um ein Nationalmuseum, das in diesem Zusammenhang auch vergrössert worden ist. In Seewen gab es von 13'000-13'500 Jahren (im Pleistozän = letzte grössere Eiszeit) bis ins 16. Jahrhundert auch einen ca. 10m tiefen See, der den ganzen Talboden bedeckte, dann aber austrocknete. Man hat in jüngerer Zeit sogar in Betracht gezogen, ihn wieder entstehen zu lassen, weil man sich aus der touristischen Vermarktung mehr Ertrag erhoffte als aus der landwirtschaftlichen Nutzung. Bis heute ist es bei der Idee geblieben. Gestärkt wandern wir talauswärts, entlang dem idyllischen Baslerweiher. Dieser wurde 1870 durch die Aufschüttung eines 10 m hohen Dammes geschaffen, der bereits 1871 brach, wobei die Flutwelle im Dorf Seewen eine Ueberschwemmung verursachte. Der Damm wurde danach geflickt und verstärkt. Der künstliche See heisst Baslerweiher, weil er der Stadt Basel gehörte. Man liess dessen Wasser unterhalb des Dammes versickern, damit es die Quellen im Pelzmühletal zwischen Seewen und Grellingen speiste. Dort wurden die Quellen gefasst und das Wasser in Röhren unter Ausnützung des natürlichen Gefälles ins Reservoir auf dem Bruderholz geleitet. Das Seewener Wasser diente also lange als Trinkwasser für die Stadt Basel, bevor diese die Trinkwasserfassungen und -aufbereitungen im Hardwald und in der Langen Erle in Betrieb nahm. Die Stadt Basel schenkte den Baslerweiher im Jahr 2008 der Gemeinde Seewen. Seither steht er unter Naturschutz und ist Brutgebiet für viele Wasservögel. Oberhalb des Baslerweihers beginnt unser Aufstieg entlang des Südhangs des bewaldeten Holzenbergs. In der Ferne erkennen wir die Passwang- Kette und Dörfer wie Arboldswil, Ziefen, Lampenberg und Ramlinsburg. Schon bald geht es wieder bergabwärts bis nach Lupsingen, wo wir um 12 Uhr im Gasthaus Rössli zum Mittagessen erwartet werden. Heute steht auf dem Menü ein grüner Salat als Vorspeise, gefolgt von einem Rahmschnitzel mit Nudeln oder Pommesfrites als Hauptgang. Das Essen mundet, die Bedienung ist freundlich und effizient. Wir können es gemütlich nehmen, da wir erst wieder um 14:15 Uhr zum zweiten Teil der heutigen Wanderung aufbrechen. Noch etwas Geschichtliches und Geografisches zum Dorf Lupsingen: Seit das Laufental zum Kanton Baselland gehört, befindet sich der geografische Mittelpunkt des Kantons bei Lupsingen. Das Dorf ist in der Geschichte erstmals im Jahr 1194 erwähnt. Damals gehörte es zum Kloster Beinwil. 1366 ging es in den Besitz des Fürstbischofs von Basel über, wurde im Jahr 1400 dem Amt Waldenburg zugeteilt und landete schliesslich nach der Französischen Revolution 1798 im Bezirk Liestal, in dem es auch nach der Kantonstrennung verblieb. Wir wandern auf schönen Wegen durch Flur und Wald in knapp 1 ½ Stunden von Lupsingen durch das Oristal nach Liestal, wo wir am Bahnhof um 16 Uhr den direkten Zug nach Basel nehmen. Wir sind also schon recht früh wieder zurück zu Hause. Der Eine oder Andere hat es sich vermutlich nicht nehmen lassen, im Bahnhöfli Ettingen den Durst zu stillen, bevor er, resp. sie sich auf den Heimweg gemacht hat. Es war heute eine leichte aber schöne Wanderung. Für deren tadellose Organisation danken wir unseren beiden Wanderleitern Ghislaine und Toni. Der Berichterstatter: Robert Heuberger