Wanderung der Wandergruppe GUGGER Ettingen vom Donnerstag, 17. März 2016: Von Altbüron nach St. Urban und Murgenthal Bei prachtvollem, frühlingshaftem Wetter können heute 40 Wanderinnen und Wanderer das häufige und rasche Umsteigen im öffentlichen Verkehr üben: Basel - Olten - Langenthal und St. Urban mit Ziel Altbüron, wo wir unsere heutige Wanderung beginnen. Zuvor gibt es wieder einmal Kaffee und Gipfeli (auf Wunsch auch die Hausspezialität Nussstangen) im Restaurant zur Linde, weshalb wir heute schon um 06:45 in Ettingen starten mussten. Die wenigen Höhenmeter am heutigen Tag nehmen wir gleich zu Beginn unter die Füsse. Über offenes, hügeliges Gelände wandern wir im Tal der Rot zurück nach St. Urban. Kurz bevor wir dort um 11:45 Uhr eintreffen, kommen wir an prächtigen Bauernhöfen vorbei, von denen der eine oder andere im 19. Jahrhundert vom Kloster in den Besitz des Kantons Luzern übergegangen war. Für das Mittagessen werden wir im Klostergasthaus Löwen erwartet. Nach dem Essen haben wir noch genügend Zeit, um die Anfang der 90er-Jahre prächtig renovierte Klosterkirche zu besichtigen. Ein Vorgängerbau wurde bereits 1194 von den Zistersienser-Mönchen aus der elsässischen Abtei Lützel errichtet. Der aktuelle barocke Bau stammt aus dem Anfang des 18. Jahrhundert. Das Kloster wurde nach den Religionskriegen 1848 säkularisiert. Seither befindet sich in den Konventgebäuden eine psychiatrische Klinik. Die Klosterkirche ist für ihr aussergewöhnlich fein geschnitztes Chorgestühl mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament sowie Statuen aller Apostel, von Maria und Jesus berühmt. Nach der Säkularisierung des Klosters wurde dieses Chorgestühl über einen St. Galler Bankier nach Irland verkauft, konnte aber später glücklicherweise von der Gottfried Keller-Stiftung zurückgekauft und wieder am Ursprungsort aufgebaut werden. Bemerkenswert sind auch der ausnehmend schöne Orgelprospekt und der Hochaltar. Nach dem Mittagessen wandern wir dem Flüsschen Rot entlang talabwärts. Rechts des Wanderwegs fliesst parallel zum Fluss ein Kanal, mit dem die sogenannten Wässermatten geflutet werden. Deshalb sind dort in regelmässigen Abständen Schieber angebracht, die nach Bedarf geöffnet werden können. Mit dem Wasser werden auch wertvolle Sedimente ausgebracht, die einen natürlichen Dünger darstellen. Dank einer Stiftung werden heute wieder über 100 Hektaren Wiesland so bewässert. Dass die Wanderung auf dem Damm entlang des Bewässerungskanals nicht ganz problemlos ist, muss der Schreibende erfahren, rutscht er doch ab, kann sich aber immerhin am Holzzaun festhalten, so dass er nicht in den darunter fliessenden Bach fällt. Unterwegs vereinigt sich der Rot-Bach mit dem Bach Langete und nennt sich fortan Murg. In diesem Grenzgebiet wandern wir übrigens teilweise im Kanton Luzern und teilweise im Oberaargau, der mit dem Kanton Aargau nichts zu tun hat, sondern zum Kanton Bern gehört. Wir beenden unsere Wanderung in Murgenthal, wo wir in den Regiozug nach Olten steigen. Hier heisst es nochmals umsteigen, diesmal auf den Zug, der uns nach Basel zurückbringt. Noch vor 17:30 Uhr sind wir wieder alle zu Hause. Unser Dank geht natürlich an Theres und Toni für die wie immer tadellos organisierte Wanderung. Der Berichterstatter: Robert Heuberger