Wanderung der Wandergruppe GUGGER Ettingen vom Donnerstag, 13. Juni 2019: Von Ettingen nach Ittingen Zum ersten Mal in diesem Jahr führt die Wanderung in eine Region weit ausserhalb der Nordwestschweiz. Mit dem ÖV geht es via Zürich nach Oberneunforn im Thurtal. Die Thur ist einer der grösseren Zuflüsse des Rheins. Ihre Quelle befindet sich im Säntisgebiet/ Obertoggenburg. Der leider weitgehend begradigte Fluss fliesst nach 135 km beim zürcherischen Flaach in den Rhein. Bevor die heutige Wanderung in Oberneunforn beginnt, gibt es dort in der Krone, einem schönen, für die Region typischen Riegelbau, Kafi und Gipfeli. Die Wanderung führt auf dem Thurgauer Rebenweg entlang dem Iselisberg Richtung Osten. Nördlich des Iselisberges liegt das, ebenfalls dem Rebbau gewidmete Seebachtal (auch Stammertal genannt) mit mehreren, auf die Eiszeit zurückgehenden malerischen Seen. Beide Täler befinden sich teils auf Zürcher und teils auf Thurgauer Boden. Heute verbleiben unsere Wanderer auf dem letzteren Kantonsgebiet. Vom Wanderweg aus geniesst man bei schönem Wetter eine gute Sicht auf die südlich gelegene Hügellandschaft und mit etwas Glück sogar auf die Alpenkette. Nomen est omen. Deshalb wird die Mittagsrast im Restaurant zur Aussicht in Uesslingen-Buch eingelegt. Das Restaurant besitzt sogar einen baum - bestandenen Garten, wo man auch bei sommerlich heissem Wetter gerne ein kühles Bier zu sich nimmt. Nach der Mittagsrast wird bis zur Kartause Ittingen in Warth weitergewandert. Ittingen wurde 1152 als Augustinger Abtei gegründet. 1461 zogen dann die Kartäuser Mönche ein. Schon im Jahre 1524, also in der Reformationszeit, wurde das Kloster geplündert und teilweise niedergebrannt. 1848 wurde es ganz aufgehoben und vom Kanton Thurgau übernommen. Heute ist es vor allem ein Ort, wo Tagungen und kulturelle Anlässe durchgeführt werden, ein Hotel und ein Kunstmuseum. Auch Bier wird dort gebraut und als Itttinger Klosterbräu vermarktet. Zum Kloster gehört im Weiteren ein Gutsbetrieb mit rund 100 ha Landwirtschafts - land und Wald. Die Kartäuser waren ein kontemplativer Männerorden, mit strenger Lebensweise, gegründet 1084 durch Bruno von Köln. Weltweit gibt es 220 Kartäuserklöster (auch in Basel gibt es eines, das heute als Waisenhaus dient). Sehr oft befinden sie sich an abgelegenen Orten. Charakteristisch sind die an der Aussenseite des Kreuzganges angeordneten Mönchszellen, kleine 1-Zimmer-Häuschen mit einem kleinen Gärtlein. Davon sind in Ittingen einige erhalten, die man in einer Führung besichtigen kann. Ob sich unsere Wanderer und Wanderinnen eher für den kulturellen Teil interessiert oder es vorgezogen haben, im Restaurant Mühle das lokale Bier zu kosten, ist dem Berichterstatter nicht bekannt. Von Ittingen geht es mit dem ÖV via Frauenfeld und Zurück zurück nach Hause. Da dieser Bericht im Voraus verfasst wurde, ist nicht bekannt, ob es das Wetter gut mit der Wandergruppe gemeint hat. Wenn man schon in einem Kloster einkehrt, sollte man dies eigentlich erwarten dürfen. Sicher haben die beiden Wanderleiter Ghislaine und Toni alles getan, damit der Tag bei allen in guter Erinnerung verbleibt. Es gebührt ihnen dafür Dank. Der Berichterstatter: Robert Heuberger