Wanderung der Wandergruppe GUGGER Ettingen vom Donnerstag, 19. Januar 2017: Von Muttenz über Baselbieter Hügel nach Liestal Bei dieser ersten Wanderung im neuen Jahr hat Ghislaine Gelegenheit, sich nicht nur als Hilfsleiterin, sondern auch als eigentliche Wanderleiterin und Organisatorin  zu beweisen. Sie besteht den Test bravourös. Nur der Schreiberling hat ein Problem: Ghislaine hat im Vorfeld die Fixpunkte der heutigen Wanderung bereits gegoogelt und bringt uns den geschichtlichen Hintergrund vor Ort mündlich näher. Soll der Berichterstatter trotzdem nochmals schriftlich auf diese Punkte eingehen? Er  entscheidet sich für Ja, da vielleicht nicht alle genau zugehört oder das Gehörte bereits wieder vergessen haben. 38 Wanderinnen und Wanderer starten in Ettingen um 08:30 Uhr, also zu einer christlichen Zeit, bei kaltem, trübem Winterwetter. Mit dem 10er fahren wir bis nach  Bottmingen und steigen dort in den Bus nach Muttenz, einem der wahrscheinlich am besten in Baselland erhaltenen Bauerndörfer um. Bevor wir dort unsere  Wanderung beginnen, zeigt uns Ghislaine zwei der zahlreichen Baujuwelen des Ortes. Zuerst bewundern wir die St. Arbogastkirche, eine Wehrkirche, da sie mit einer  zinnenbewehrten, 6 m hohen Schutzmauer umgeben ist. Es gab dort bereits im 8. oder 9. Jahrhundert eine erste Kirche. Ein Nachfolgerbau in romanischem Stil wurde  nie ganz vollendet und durch das Basler Erdbeben 1356 teilweise zerstört. Der Bau der heutigen Kirche im gotischen Stil begann 1359 und erfuhr bis 1630  verschiedene Erweiterungen. Bekannt ist die Kirche vor allem wegen ihrer ab 1450 entstandenen Fresken, die im Rahmen des Bildersturmes nach der Reformation  mit einer Kalkschicht abgedeckt und erst 1973-1975 wieder sichtbar gemacht und restauriert wurden. Beachtenswert ist schliesslich auch das Beinhaus, in dem  Knochen aus aufgehobenen Gräbern aufbewahrt wurden. Heute wird der Raum für Anlässe genutzt. Das zweite Highlight, das wir in Muttenz zu sehen bekommen, ist ein rund 600 Jahre altes, unscheinbares, derzeit leer stehendes Haus an der Burggasse 8. Es macht  einen ärmlichen, verlotterten Eindruck. Trotzdem hat ein maltesisches (!) Ehepaar Gefallen daran gefunden und will es in den nächsten zwei Jahren für viel Geld  restaurieren und bewohnbar machen lassen. Bravo! Wir gehen nun aber zur Sache und streben auf Schusters Rappen durch den Muttenzer Rebberg unserem nächsten Ziel entgegen. Im Restaurant Elbisgraben werden wir nämlich für Kaffee und Gipfeli erwartet. Welch eine Wohltat für die unterkühlten Glieder! Nun folgt der relativ steile Anstieg durch den Wald zur Ruine Neu-  Schauenburg. Sie wurde im 13. Jahrhundert von den Herren von Schauenburg erbaut, aber bereits ab 1450 dem Verfall überlas-sen. Heute befindet sie sich in  privatem Besitz. Im nahen Wald unterhalb der Schauenburgfluh können wir auch die Ruine Alt-Schauenburg erkennen. Sie wurde ebenfalls im 13. Jahrhundert erbaut,  aber bereits durch das Basler Erdbeben 1356 zerstört und danach verlassen. Unsere Wanderung führt uns durch die verschneite Landschaft weiter zum Bienenberg, wo wir um 12:30 Uhr zum Mittagessen erwartet werden. Auf dem Bienenberg  befindet sich ein Hotel und Tagungszentrum, das einer mennonitischen Gemeinde gehört. Die Mennoniten gehören zu einer evangelischen, aus der Täuferbewegung  entstandenen Freikirche. Mennoniten lassen nicht Kleinkinder taufen, sondern die Taufe erfolgt erst später, wenn der zu Taufende selbst darüber entscheiden kann. Es gibt bei den Mennoniten, die früher grausam verfolgt wurden, mehrere Glaubensrichtungen wie Wiedertäufer im Jura oder Amische in den USA, mehrheitlich  deutschen, schweizerischen und niederländischen Ursprungs. Für alle ist das Neue Testament die Glaubensgrundlage. Wir aber kommen nicht wegen des Glaubens  hierher, sondern um ein feines Mittagessen mit Vorspeise, Hauptgang und einem feinen Dessert zu geniessen. Das Essen mundet ausgezeichnet. Das Personal ist  effizient und gastfreundlich, auch das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Nach dem Essen bleibt uns noch der Abstieg durch den Wald ins Oristal und von da auf verschlungenen Wegen zum Bahnhof Liestal. Vorher legen wir aber nochmals  einen historischen Halt beim römischen Gutshof "Munzach" ein. Er wurde vom Jahr 0 bis ca. 350 nach Christus bewohnt und zwischen 1950 bis 1955 ausgegraben.  Zu sehen sind heute nur noch die Grundmauern, Teile des Heizsystems (Hypcaust) und einzelne Säulen. Auf dem Bahnhof Liestal geht es etwas hektisch zu und her. Viele besitzen das U- oder General-Abo, andere müssen am Automat Einzelbillette lösen und dazu fährt  soeben ein Interregio Richtung Basel ein. Der Schreibende benützt dieses Angebot, währenddem der Hauptharst offenbar auf den nächsten Zug wartet. Dies gibt dem  Schreibenden die Möglichkeit, rasch an die Redaktion seines Beitrages zu gehen, damit die Wanderer und Wanderinnen diesen bereits einsehen können, wenn sie  nach Hause kommen.  Der Berichterstatter: Robert Heuberger