Wanderung der Wandergruppe GUGGER Ettingen vom Donnerstag, 13. Februar 2020: Von Roggenburg über die Löwenburg nach Kiffis Unüblich spät starten wir gegen 09:30 Uhr in Ettingen. Der 68er-Bus bringt uns zuerst nach Aesch, von da die Bahn nach Laufen und das Postauto schliesslich nach Roggenburg im Tal der Lützel resp. Lucelle, wie es im Französischen heisst. 30 Wanderinnen und Wanderer hatten sich ursprünglich angemeldet. 27 sind schliesslich dabei, die sich in die Wandergruppe «Normale» und jene der «Geniesser» aufteilen. Theres kann leider heute nicht dabei sein, so dass Toni die Geniessergruppe übernimmt, die eine leicht verkürzte Wanderung auf dem Programm hat. Die «Normalen» starten beim Missionskreuz oberhalb von Roggenburg und werfen dort zuerst einen Blick in die im Jahr 1635 erbaute Kirche, die von weither sichtbar auf einem Geländerücken thront. Sie dient als Pfarrkirche für die Gemeinden Roggenburg und Ederswiler. Roggenburg, das früher zum bernerischen Laufental gehörte, ist seit 1994 eine Enklave des Kantons Baselland. Interessanterweise hat sich die kleine Nachbargemeinde Ederswiler entschlossen, als einzige deutschsprachige Gemeinde im neu gegründeten Kanton Jura zu verbleiben. Von Roggenburg wandern wir über Ederswiler westwärts zur Burgruine «Le Loewenbourg». Eine erste aus Holz erbaute Burg soll auf das 10. Jahrhundert zurückgehen. Die heutige Ruine aus Stein ist im 13. Jahrhundert entstanden. Deren Besitzer haben mehrmals geändert. Unterhalb der Burgruine befindet sich die ursprünglich zur Burg gehörende Meierei, also ein Hofgut, in diesem Fall ein ummauerter Wehrhof mit eigener Kapelle. Ein Teil der heutigen Gebäude geht auf das Ende des 16. Jahrhunderts zurück. Auch hier wechselte der Besitzer mehrmals, vom Kloster Lucelle über den Fürstbischof von Basel und den Staat. Seit 1956 gehört der Hof mit je über 100 Hektaren Wiesen und Wald der Christoph-Merian-Stiftung und wird von einem Pächter geführt. Die Löwenburg gehört politisch zur jurassischen Gemeinde Pleigne. Nachdem wir uns an diesem prachtvollen Gut satt gesehen haben, wandern wir ins Tal hinab zur Neumühle an der Lützel. Das ehemalige, im Jahr 1792 aufgehobene Zisterzienserkloster Lucelle befindet sich noch einige Kilometer flussaufwärts. Wir aber folgen dem Fluss ein kleines Stück flussabwärts bis zur Sägemühle. Dort queren wir die «Route internationale» und steigen am Gegenhang durch den Wald hoch Richtung Kiffis. Die internationale Strasse heisst übrigens so, weil sie der französisch/schweizerischen Grenze nach verläuft, manchmal auf schweizerischem, manchmal auf französischem Territorium. Beim Aufstieg durch den Wald holen wir die Gruppe der Geniesser ein, bei der gerade dort eine Teilnehmerin einen Schwächeanfall erlitten hat und schliesslich aus Sicherheitsgründen per Rega-Helikopter evakuiert werden muss, der sie ins Unispital Basel bringen wird. Wir hoffen natürlich, dass nichts Ernsthaftes vorliegt und sie schon bald wieder nach Hause zurückkehren kann. An die Rettung wird sie sich bestimmt noch lange erinnern, muss sie doch in einem Netz und am Seil in den Heli hochgehievt werden, weil ja der Heli im Wald nicht landen kann. Nachdem wir uns von diesem Schrecken erholt haben, nehmen wir das letzte Wegstück bis nach Kiffis unter die Füsse. Wir treffen um ca. 13 Uhr im Restaurant au Cheval Blanc ein, wo wir zum Mittagessen erwartet werden. Für bescheidende €15 wird uns eine gemischte Salatplatte serviert, gefolgt von einem Schweinsbraten mit Bratkartoffeln und weissen Bohnen als Hauptgang und schliesslich noch einem feinen Dessert. Die Bedienung ist freundlich und speditiv. Französisch parlieren muss man nicht, da hier das Elsässerdeutsch noch immer Umgangssprache ist. Für den späteren Nachmittag sind Regen und Sturmböen angesagt. Ghislaine entscheidet sich deshalb für die Kurzvariante des zweiten Teils der Wanderung. Es geht direkt hinunter ins Lützeltal zur Haltestelle Neuhus. Hier verkehrt allerdings heute nur ein Kleinbus, so dass die meisten von uns stehen müssen. Bereits in Kleinlützel dürfen wir allerdings in den grossen Gelenkbus umsteigen, der uns an den Bahnhof Laufen bringt. Von dort geht es schliesslich mit dem 68er-Bus zurück nach Ettingen, wo wir kurz vor 17:30 Uhr von einem heftigen Platzregen erwartet werden. Der Wettergott hat es trotzdem gut mit uns gemeint, sind wir doch tagsüber vom Regen weitgehend verschont geblieben. Es bleibt uns, Ghislaine und Toni für die Organisation des heutigen Tages zu danken. Unserer Patientin wünschen wir gute und rasche Besserung. Der Berichterstatter: Robert Heuberger Hier die veröffentlichten Angaben inkl. Foto bei Denk an mich. https://denkanmich.ch/spendengeschichten/03528/ Und am Radio nicht verpassen: Denk an mich, Samstag, 15. Februar 2020, zwischen 9.40 und 9.50 Uhr auf SRF 1 und SRF Musikwelle