Wanderung der Wandergruppe GUGGER Ettingen vom Donnerstag, 14. Februar 2018: im Val Terbi Nachdem wir bei der Wanderung im Monat Januar verregnet wurden, hat Toni diesmal den ganzen Vorrat an Kerzen des Klosters Mariastein gekauft. Und es hat genützt. Einen prachtvolleren Tag für eine Winterwanderung könnte man sich kaum wünschen - strahlend blauer Himmel den ganzen Tag, etwas kalt am Morgen, dafür frühlingshaft warm im Laufe des Tages. Mit dem Tram fahren wir schon um 07:30 nach Basel, wo wir den IC nach Delsberg benützen. Dieser hat leider gut 10 Minuten Verspätung, so dass wir das Anschluss- Postauto in Delsberg verpassen und erst mit halbstündiger Verspätung zu Kaffee und Gipfeli kommen. Die Postauto AG zeigt sich in Delémont sehr flexibel, so dass wir ohne langes Warten in den Gelenk-Autobus nach Courchapoix im Val Terbi umsteigen können. Das Val Terbi ist ein breites, flaches Tal östlich von Delémont, durch das man zum Scheltenpass fährt. Val Terbi ist auch der Name einer Gemeinde, bestehend aus den Dörfern Courroux, Vermes und Montsevelier, die am 1.1.2013 fusionierten. Das Val Terbi gehört zum Kanton Jura, war früher Herrschaftsgebiet des Fürstbischofs von Basel und gehörte von 1793-1815 zu Frankreich, wo es zuerst dem Departement du Mont Terrible und dann dem Departement du Haut Rhin zugeschlagen wurde. Am Wiener Kongress wurde es 1815 dem Kanton Bern zugeteilt, bevor es schliesslich am 1.1.1979 im neu gegründeten Kanton Jura aufging. Wir steigen in Courchapoix aus und wandern durch Wiese und Wald zurück bis zur Verbindungsstrasse Vicques-Vermes, wo wir in der Galerie de l'Arche de Noé von Christian Schneiter erwartet werden. Hier kommen wir endlich in den Genuss von Kaffee und Gipfeli. Herr Schneiter ist ein Taxidermist, also ein Tierpräparator, dessen Dienste immer weniger gefragt sind, da ausgestopfte Tiere aus der Mode gekommen sind. Ausgestopft mit Holzwolle werden allerdings nur Vögel, während von anderen, grösseren Tieren nur das Fell verwendet wird, das auf einen Körper aus Hartschaumstoff aufgeklebt wird. Um die Tiere/Felle von Schädlingsfrass zu schützen, arbeitet man mit Arsen. Herr Schneiter legt Wert darauf festzuhalten, dass keine Tiere getötet werden, um sie auszustopfen, resp. zu präparieren. Es han - delt sich vielmehr um Tiere, die eines natürlichen Todes gestorben oder Opfer eines Unfalls geworden sind. Abnehmer der präparierten Tiere sind vornehmlich Privatpersonen, vereinzelt aber auch Museen. Grosse Tiere, die im Freien aufgestellt werden sollten, fertigt man aus Expoxidharz oder gar aus Bronze, zB zur Gestaltung von Verkehrskreiseln. Der Betrieb von Herrn Schneiter lebt aber auch von bezahlten Führungen und von Sponsoren-Beiträgen. Im Museum von Herrn Schneiter sind gegen 3'000 Präparate von Tieren zu sehen, die er in der über 30-jährigen Tätigkeit in seiner Freizeit präpariert hat und die nicht für den Verkauf bestimmt sind. Seine Sammlung ist eine der grössten in ganz Europa. Nach der interessanten Führung im Museum wandern wir weiter Richtung Süden durch die Schlucht des Tiergartens, das vom wilden Flüsschen La Gabiare durchflossen wird, ein Zuflusses der Birs. Vom südlichen Ausgang der Schlucht geht es auf einer Fahrstrasse hinauf nach Rebeuvilier. Wir befinden sich nun in einem anderen Tal am Fuss des Mont Raimeux, auf dessen Nordhang noch etwas Schnee liegt. Es dürfte bereits gegen 13:30 Uhr sein, als wir im Restaurant de la Croix Blanche in Rebeuvilier eintreffen, wo wir zum Mittagessen erwartet werden. Es gibt heute eine feine Suppe als Vorspeise, gefolgt von Risotto mit Rindsragout an rassiger Sauce und einem kleinen Dessert als Abschluss. Der Preis dafür von 17 Franken ist kaum zu unterbieten. Erwähnenswert ist aber auch das exzellent schmeckende Bier aus einer kleinen Brauerei aus Saignelégier. Die Bedienung ist effizient und freundlich, auch wenn man Französisch parlieren muss. Um 15 Uhr brechen wir zum letzten Teil unserer Wanderung auf. Diese führt uns in rund einer Stunde durch ein enges, bewaldetes Tal zurück ins Val Terbi nach Vicques. Bevor wir hier das Postauto zurück nach Delémont besteigen, werfen wir noch einen kurzen Blick in die moderne Kirche Notre Dame du Rosaire mit sehenswerten Glasfenstern, von denen es übrigens im Jura an vielen Orten zu bewundern gibt. Von Delémont geht es dann mit der S3 zurück nach Hause, wobei die Einen in Aesch auf das Postauto umsteigen, während Einzelne bis nach Dornach-Arlesheim oder gar bis Basel sitzen bleiben. Wir waren heute übrigens 28 Wanderinnen und Wanderer. Alle haben den wunderschönen Tag und die interessante Wanderung genossen. Ghislaine danken wir für die Organisation und Toni für die ihr geleistete Unterstützung. Der Berichterstatter: Robert Heuberger