Wanderung der Wandergruppe GUGGER Ettingen vom Donnerstag, 26. August 2021: Vom Inkwiler- zum Burgäschisee 21 Wanderer und Wanderinnen versammeln sich kurz nach 08:00 Uhr am Bahnhöfli Ettingen für den heutigen Ausflug in den Oberaargau, der ja entgegen seinem Namen nicht zum Kanton Aargau, sondern zu den Kantonen Bern und Solothurn gehört. Die Namensgebung hat mit dem Fluss Aare zu tun, der anfangs des 19. Jahrhunderts auch dem Kanton Aargau Patin gestanden hat. Um 09:00 Uhr besteigen wir in Basel den Zug nach Olten, wo wir in den Regionalzug nach Büren an der Aare umsteigen. Von dort geht es mit dem Postauto weiter nach Wangenried, einem kleinen Dorf zwischen nirgendwo und nirgendwo. Trotzdem gibt es hier den Gasthof Leuenberger, wo wir im Garten den lange erwarteten Kaffee mit einem Stück Zopf aus der eigenen Backstube geniessen können. Gestärkt geht es danach mit ständigem, leichten bergauf und bergab weiter durch Wald und Wiesen zum idyllischen Inkwilerseelein, das sich zum Teil auf Berner- und zum Teil auf Solothurnerboden befindet. Das Seelein entstand vor rund 12'000 Jahren, als sich am Ende der Eiszeit der Rhonegletscher zurückzog und dort eine Mulde mit sogenanntem Toteis zurückliess. Dieses schmolz und es entstand das heutige Seelein, ein Paradies für Fischer. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass der Rhonegletscher aus dem Oberwallis bis ins Schweizer Mittelland vorstiess, vor allem, wenn man sieht, dass heute nur noch ein kärglicher Rest des Gletschers übriggeblieben ist, der wahrscheinlich bis Ende des 21. Jahrhunderts ganz verschwunden sein wird. Wir umrunden zum Teil das Inkwiler Seelein und wandern weiter bis zum Burgäschisee, bei der Solothurnergemeinde Aeschi. Auch dieser See befindet sich auf der Grenze zwischen Solothurn und Bern. Der See entstand gleich wie das Inkwilerseelein. Der See war ursprünglich etwas 3x so gross wie heute. Um Landwirtschaftsland zu gewinnen, wurde der Seespiegel wiederholt abgesenkt, wobei Spuren von ca. 6'000 Jahre alten Pfahlbauersiedlungen sichtbar wurden, die heute zum Weltkulturerbe gehören. Die intensive Landwirtschaft stellt für den See ein echtes Problem dar, werden doch zu viele Nitrate und andere Dünger eingeschwemmt. Man muss deshalb den See sogar tiefenbelüften. Er ist aber ein beliebter Badesee. An dessen Ufer befindet sich das Restaurant Seeblick mit angeschlossener Badeanstalt. Auf der Terrasse mit Blick auf den See ist für uns der Tisch zum Mittagessen gedeckt. Auf dem Menü steht heute ein grüner Salat als Vorspeise und Spaghetti mit frischen Steinpilzen als Hauptgang. Auf der Dessertkarte kann man zwischen verschiedenen Glacespezialitäten wählen. Der Hauptgang mundet ausgezeichnet. Das einheimische Personal ist effizient und ausgesprochen freundlich. Wir geniessen unseren Aufenthalt bis zu unserem Aufbruch um 14:45 Uhr. Es geht wieder durch Wald und Wiesen südwärts nach Seeberg. Der grössere Teil der Wandergruppe wartet hier während fast einer Stunde (ohne Beiz) auf das Postauto, währenddem ein kleinerer Teil der Gruppe über den Hügel bis nach Grasswil weiterwandert. Wir besteigen dort nach kurzer Wartezeit den Bus, der uns danach über Seeberg zum Bahnhof in Herzogenbuchsee bringt. Der Rest ist schnell erzählt: Bahn nach Olten und dort umsteigen auf den Zug nach Basel, mit Halt in Liestal. Kurz nach 18:30 Uhr sind wir wieder alle wohlbehalten zurück zu Hause. Unseren beiden Wanderleitern Ghislaine und Toni danken wir für die wie immer perfekte Organisation des heutigen Wandertages. Petrus (resp. die von Toni in Mariastein gespendete Kerze) meinte es gut mit uns. Das teilweise sonnige und teilweise bewölkte Wetter war ideal zum Wandern. Dass es in Basel kurz vor unserer Rückkehr offenbar leicht geregnet hatte, störte uns nicht. Wir freuen uns auf unsere nächste Wanderung, die uns schon in 2 Wochen ins Rebgebiet am Bielersee führen wird. Der Berichterstatter: Robert Heuberger