Wanderung der Wandergruppe GUGGER Ettingen vom Donnerstag, 12. April 2018: im Stammland der Habsburger Die heutige Wanderung führt die Gugger-WandererInnen auf die östliche Seite des Aargauer Juras, jenseits des Bözbergs. Ausgangspunkt der Wanderung ist die  Stadt Brugg, die mit der Bahn erreicht wird. Brugg war schon für die Römer ein wichtiger Standort, befand sich doch dort das Heerlager "Vindonissa" (Windisch)  mit  rund 6000 Legionären. Noch heute sind die gut erhaltenen Reste des römischen Amphitheaters, Thermen und Rekonstruktionen von Gebäuden zu sehen. Der  didaktische "Legionärspfad" ermöglicht einen faszinierenden Einblick in das Leben der Römer. Er befindet sich auf dem Gelände des Klosters Königsfelden. Dieses  Doppelkloster für Mönche und Nonnen wurde im Jahr 1308 von den Habsburgern gestiftet, deren Stammschloss sich noch heute etwas weiter südlich auf dem  Wülpelsberg befindet (ein Tunnel der Autobahn Basel-Zürich führt durch diesen Berg). Die Kirche von Königsfelden wäre schon allein ein Reise wert, ist sie doch mit  wunderschönen Glasfenstern ausgestattet, die man, ausgerüstet mit einem i-Pod, auch audiovisuell bewundern kann. Die Aargauer Museen haben hier einen  ausgezeichneten Job geleistet.  Brugg-Windisch ist auch aus anderen Gründen bekannt. Die Region wird als Wasserschloss der Schweiz bezeichnet, weil sich unterhalb des Städtchens der  Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat befindet. Nicht ohne Grund haben sich hier zur Zeit der Industrialisierung zahlreiche Spin-nereien niedergelassen, die  auf die Verfügbarkeit von Wasser angewiesen waren. Leider sind alle diese Fabriken in der Zwischenzeit verschwunden, haben aber Platz für andere Industrien  gemacht, von denen BBC/ABB am bekanntesten ist. In Brugg-Windisch befindet sich zudem eines der 4 Campusse der Fachhochschule Nordwestschweiz (andere  Standorte sind Olten, Muttenz und Basel-Dreispitz). Die HTL Windisch wurde schon in den 60er-Jahren von regionalen Indus-triellen gegründet. Schliesslich ist oder  war die Stadt zumindest strategisch wichtig, befindet sich doch der Ort an der Einfallsachse des Unterlaufs der Aare. Während dem letzten Weltkrieg befan-den sich  deshalb hier Truppenkonzentrationen, die den Einfall deutscher Truppen verhindern oder zumindest erschweren sollten. Eine Kaserne der Genietruppen existiert auch heute noch in Brugg. Unsere Wanderer wandern durch die Altstadt hinunter zur Aare. Hier befinden sich die Brücke - die dem Ort den Namen gegeben hat - und der "Schwarze Turm", der  im Mittelalter den Zugang zur Stadt an diesem Ort kontrollierte. Brugg wurde im 11. Jahrhundert von den Habsburgern gegrün-det und 1415 von den Bernern erobert,  1803 ging dann die Region im neu gegründeten Kanton Aargau auf. Von Brugg-Umiken wandern unsere Wanderer hinauf auf den Bözberg, einen Ausläufer des Aar-gauer Tafeljuras. Im Bözberg entspringt nicht nur die Schwefelquelle  von Schinznach-Bad, son-dern im Untergrund wird wohl schon bald ein Tiefenlager für stark radioaktive Abfälle aus den nahe gelegenen Atomkraftwerken Beznau,  Leibstadt, Gösgen und Mühleberg entstehen. Irgendwo muss ja dieser Abfall verlocht werden, auch wenn die lokale Bevölkerung davon wenig begeistert ist (die  Steuereinnahmen der Kraftwerke waren hingegen stets willkommen). Da ist ihr die vor kurzem erfolgte Gründung des Juraparks AG/SO schon lieber. Die Mittagsrast erfolgt heute im Landgasthof Güggeli Sternen in Oberbözberg (nicht Oberbözen wie in der Ausschreibung angegeben). Nach dem Mittagessen wird die Wanderung auf dem Plateau bis zur Bushaltestelle Neustalden an der Passstrasse des Bözbergs fortgesetzt. Ob es von hier zum Bahnhof Frick oder jenem von Brugg  geht, entgeht dem Berichterstatter. Nicht weit von Neustaldden entfernt befindet sich übrigens bei Dorf Gallenkirch die berühmte Linner Linde mit einem Stammumfang von 11 m und einer Höhe von 25 m. Sie wurde während der Pestzeit gepflanzt, hat also wohl mehr als 5 Jahrhunderte auf dem Buckel. Obwohl sie innen hohl ist,  denkt sie mitnichten ans Sterben. Eine andere Sehenswürdigkeit wäre der Römerweg hinunter nach Effingen. Tiefe, noch heute sichtbare Karrengleise haben sich an  mehreren Orten in den Felsen eingegraben, Die Römerstrasse verband zur Zeit der Römer das Legionslager in Vindonissa mit der Stadt Augusta Raurica in  Kaiseraugst, wo damals 15'000 - 20'000 Menschen wohnten, bis die Stadt ab dem 4. Jahrhundert nach Christus sukzessive aufgegeben wurde. Der Berichterstatter geht davon aus, dass unsere Wanderer und Wanderinnen nach einem inte-ressanten Wandertag wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt sind. Der (abwesende) Berichterstatter: Robert Heuberger